Yves Rocher Sensitive Vegetal Anti-Rötungen – mehr Flop als Top

Ich habe sensible Mischhaut, die im Sommer relativ fettig, im Winter aber sehr trocken wird. Nachdem ich mir mit Naturkosmetik über zwei Jahre eine überpflegte Haut angerichtet habe, stieg ich im September letzten Jahres auf Anraten von Hautarzt und Kosmetikerin wieder auf Clinique um – und schwuppdiwupp, meine Haut war binnen weniger Tage wieder in Balance. Das Dramatically Different Moisture Gel ist für den Sommer perfekt, im Winter verwende ich die etwas reichhaltigere Lotion+. Beide Cremen vertrage ich wirklich super – allerdings sind zahlreiche Inhaltsstoffe drin, die nicht gerade berauschend sind (wenn man Codecheck glaubt). Deshalb habe ich mich ein bisschen nach einer Alternative umgesehen – und wurde wieder eines Besseren belehrt …

Auf mehreren Blogs wurde die Yves Rocher Sensitive Vegetal Serie in den höchsten Tönen gelobt, weshalb ich neugierig geworden bin. Die Anti-Rötungen Creme mit LSF hat laut Codecheck sehr gute Inhaltsstoffe. Da Yves Rocher keine Kooperationen mit kleinen Blogs eingeht, habe ich mir die Anti-Rötungen-Creme der Serie gekauft und kann somit auch völlig unabhängig und ohne Verpflichtungen über meine Erfahrungen berichten:

Verpackung, Preis: Die Creme gibt es in einem 50 ml Tiegel, der in einem faltbaren Karton und Plastik verpackt ist. Verpackung und Tiegel finde ich ansprechend. Sie kostet 8,45 Euro, was ich grundsätzlich sehr günstig finde.

Inhaltsstoffe: aquamethylpropanediol,  glycerin,  coco-caprylate/caprate, butyspermum parkii butter,  hydroxyethylacrylate/sodium acryloyldimethyl taurate copolymer,  methyl glucose sesquistearate,  behenyl alcoholphenoxyethanol,  caffeine,  sorbitan isostearate,  polysorbate 60,  sorbic acidrutin,  sigesbeckiaorientalis extract,  palmaria palmata extract,  acacia senegal gum,  sodium hydroxide.

Geruch, Konsistenz: Die Creme ist weißlich und hat eine festere Konsistenz. Sie riecht eigentlich nicht nach besonders viel. Auf dem Handrücken im Geschäft zog sie sehr schnell ein, wirkte fast gel-artig und fettete auch nicht. Im Gesicht habe ich eine ganz andere Erfahrung gemacht – auch klar, denn meine Hände sind deutlich trockener als mein Gesicht. Im Gesicht empfand ich die Creme als eher reichhaltig (an sich nichts Schlechtes) und sie hinterließ ein klebriges Gefühl. Wenn man sie ein paar Minuten einziehen lässt, ist das klebrige Gefühl aber verschwunden.

Anwendung, Wirkung: Ich habe die Creme zwei Mal täglich (morgens, abends) nach der normalen Reinigung verwendet. Laut Hersteller soll die Creme Rötungen mildern und für sensible Haut geeignet sein. Schon bei der ersten Anwendung fiel mir auf, dass meine Rötungen v. a. im Wangenbereich (ich habe keine Couperose!) statt weniger eher mehr wurden. Da ich die Creme als Make Up Unterlage verwendet habe, brauchte ich deutlich mehr von meinem MAC Studio Fix Fluid als sonst, um die ganzen Rötungen zu kaschieren. Als Unterlage funktioniert sie einigermaßen, sie creast bei mir im Wangenbereich minimal (liegt aber eher daran, dass ich aufgrund der Rötungen so viel Make up schichten musste). Obwohl mir die Creme aufs Erste recht reichhaltig erschien, hatte ich untertags das Gefühl, dass sie mir nicht genug Feuchtigkeit spendete und eher austrocknete (besonders um die Nasenflügel). Nach fünf Tagen Testen habe ich die Creme schließlich entsorgt – mein Gesicht war nicht nur ein Konglomerat an dazugekommenen Rötungen, sondern regelrecht überzogen mit Pickeln und Unterlagerungen, selbst auf den Wangen, wo ich gar nicht anfällig bin.

Fazit: Nach zwei weiteren Tagen Spezial-Treatment (Lavera Peeling, Origins Out of Trouble Maske und nur noch Clinique DDML+) sah meine Haut wieder normal aus. Ich verstehe den Blogger-Hype um diese Creme überhaupt nicht. Für meine sensible Mischhaut ist sie überhaupt nicht geeignet. Leider gibt es bei Yves Rocher von dieser Creme keine Tester (so wie man sie bei hochpreisigeren Produkten überall bekommt). Yves Rocher beruft sich zwar darauf, dass man die Produkte „vor Ort“ testen könne, aber erstens gehe ich nie ohne Creme bzw. Make up ins Geschäft und zweitens verstehe ich unter „Testen“ mehr als nur einmalig kurz auf dem Handrücken oder Hals ausprobieren … Und weil Yves Rocher aktuell gerade so auf Öko (Stichwort Öko-Verpackung – siehe auch meinen Beitrag zum Hydra Vegetal Waschgel) und Nachhaltigkeit macht: Gäbe es Tester von dem Produkt, hätte ich die Creme nicht als Fullsize gekauft und sie praktisch noch voll im Müll entsorgen müssen. DAS finde ich nämlich überhaupt nicht nachhaltig.

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Hydra Vegetal Erfrischendes Reinigungsgel (Yves Rocher) vs. Basis Sensitiv Waschgel (Lavera)

Das Basis Sensitiv Waschgel von Lavera habe ich schon seit längerer Zeit in Verwendung. Bei meinem letzten Besuch bei Yves Rocher hat mich eine türkise Tube Reinigungsgel – Serie Hydra Vegetal für normale und Mischhaut – angelacht, die ich zum Vergleich mitgenommen habe. Das Produkt ist neuerdings in einer Öko-Tube erhältlich. Dazu weiter unten mehr.

Da ich beide Produkte selber gekauft und nicht kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen habe, kann ich hier meine ganz subjektiven, ehrlichen Eindrücke zu den beiden Produkten widergeben:

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Basis Sensitiv Waschgel von Lavera

Dieses Waschgel mag ich wie gesagt sehr gerne, da ich es bei meiner empfindlichen, zu Rötungen neigenden Mischhaut, die im Winter ganz schön trocken werden kann, sehr gut vertrage. Die Reinigungswirkung finde ich auch tiptop.

Preis: Für 4,95 Euro bekommt man 125 ml, die bei mir bei täglich zweimaliger Anwendung etwa 6 Monate reichen.

Optik: Optisch finde ich die Tube (weiß mit türkis) nicht umwerfend, aber auf den Inhalt kommt es an.

Inhaltsstoffe: Die Inhaltsstoffe können bei Codecheck eingesehen werden. Sie sind durchwegs unbedenklich. Das Gel kommt ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe aus. Stimmt für mich allerdings nicht ganz, Parfum ist sehr wohl drin enthalten. Bio-Melisse und Bio-Malve beleben und erfrischen und sollen für ein klares Hautbild sorgen. Der Alkohol-Anteil drin trocknet zwar ein bisschen aus, wenn man sich danach nicht eincremt, aber insgesamt finde ich dieses Waschgel sehr gut verträglich. Es ist auch Natrue-zertifiziert.

Konsistenz, Geruch, Anwendung: Es hat eine durchsichtige, etwas festere, gel-artige Konsistenz und lässt sich sehr gut aus der Tube dosieren (im Gegensatz zu dem von Yves Rocher!). Man braucht eigentlich recht wenig von dem Produkt. Bei mir schäumt es eigentlich recht gut. Den Geruch kann ich schwer beschreiben, irgendwie nach Kräutern, aber nicht aufdringlich, sehr dezent.

Hydra Vegetal Erfrischendes Reinigungsgel (Yves Rocher)

Und trotzdem wollte ich das Waschgel von Yves Rocher probieren, weil man halt doch gern mal ein bisschen abwechselt (wobei ich immer wieder merke, dass man bei bewährten Produkten bleiben sollte …). Da es von der Sensitive-Serie kein eigenes Waschgel gibt, hat man mir die Hydra Vegetal Serie (eigentlich für Mischhaut) empfohlen.

Preis: 125 ml bekommt man hier für 4,45 Euro (mal ganz ehrlich: Wer kauft bei Yves Rocher jemals etwas zum „normalen“ Preis?!).

Optik: Das Waschgel bekommt man in einer fast durchsichtigen, leicht türkisfarbenen Tube mit einer auffallend kleinen Öffnung – und die hat es auch in sich. Die Verpackung ist offenbar ein Beitrag zum Sparen von Plastik, wobei ich vorweg gleich sagen muss: DAS hätte sich Yves Rocher wirklich sparen können. Die Tube ist im Größenvergleich mit Lavera jedenfalls deutlich kleiner – bei (hoffentlich wirklich) gleichem Inhalt:

Inhaltsstoffe: Die wurden mit der neuen Plastik-Verpackung auch überarbeitet und sind jetzt deutlich unbedenklicher als vorher. Laut Codecheck sind aber immer noch ein paar Stoffe enthalten, die als „bedenklich“ eingestuft werden. Eine Zertifizierung wie bei Lavera gibt es nicht, es sind jedoch 93 % der Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs (was aber nicht zwangsläufig „bio“ heißt). Dass laut Hersteller mit „keine Parabene“ geworben wird, halte ich für einen überflüssigen Hinweis – Parabene sind in der EU schon längst verboten.

Konsistenz, Geruch, Anwendung: Das Gel ist deutlich flüssiger als das von Lavera. Es ist nicht so klar, sondern etwas trüber und riecht auch viel intensiver (nicht schlecht für meinen Geschmack). Es lässt sich ebenfalls gut verteilen, schäumt deutlich weniger und fühlt sich etwas cremiger auf der Haut an. Die Reinigungswirkung finde ich gut. Auch hier ist danach eincremen angesagt, da es sonst austrocknet. Allerdings gibt es für mich einen großen Kritikpunkt, und der heißt Öko-Verpackung: Die Tube lässt sich schwer öffnen. Da der Verschluss deutlich schmaler und kleiner ist, passiert es immer, dass man irgendwo auch die Tube quetscht (irgendwo muss ich die Tube ja auch festhalten). Dadurch wird eine Dosierung praktisch unmöglich und man quetscht sich, gerade wenn die Tube noch recht voll ist, viel zu viel von dem Produkt heraus. Auch beim Verschließen drückt man wieder zwangsläufig auf die Tube. Durch diese unnötige Verschwendung habe ich einen so großen Verbrauch von dem Gel, dass es wohl maximal zwei Monate reichen wird (siehe Lavera: 6 Monate!!).

Fazit: Bei Waschgele finde ich brauchbar. Dass Yves Rocher die INCI-Liste nicht auf der Homepage auflistet und das Kundenservice auf derartige Anfragen nicht besonders flink reagiert, finde ich schade. Hinsichtlich Inhaltsstoffe, Dosierung, Verpackung (ja, die Eco Tube nervt!), Geruch und Preis-Leistungs-Verhältnis ist für mich das Lavera-Waschgel allerdings ganz klarer Sieger.

Und noch ein Nachtrag: Ich habe das Yves Rocher Waschgel in eine leere Seifenspender-Flasche umgefüllt und stelle fest, dass man nur ganz ganz wenig braucht (deutlich weniger als vom Lavera Waschgel!). Es schäumt sehr gut und reinigt auch ordentlich. Ist zwar nicht im Sinne des Erfinders, dass man aus der Öko-Tube umfüllen muss, aber auf diese Weise lässt sich das Waschgel enorm sparsam anwenden. Da es jetzt deutlich ergiebiger ist, kann ich mir durchaus vorstellen, es wieder nachzukaufen.