Shampoos bei empfindlicher, juckender Kopfhaut – was hilft wirklich?

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Im Laufe seines Lebens leidet wohl fast jedeR früher oder später unter empfindlicher juckender Kopfhaut. Bei mir dauert dieser Zustand mittlerweile schon etwa 10 Jahre an. Ob es die Auswirkungen regelmäßigen Haarfärbens, Shampoos mit Silikonen oder einfach nur hormonelle Veränderungen sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt ist, dass ich auf meinem Leidensweg mittlerweile schon unzählige Shampoos durchprobiert habe, die zwar allesamt vielversprechend geklungen haben, aber letztlich großteils unbrauchbar für mich waren (z. B. Less is more, Yves Rocher, Alverde, Lavera, Dado Sens, Rausch, Kerastase etc.). Bereits nach wenigen Stunden hat der Juckreiz wieder eingesetzt, und durch das ständige Kratzbedürfnis wird alles nur noch schlimmer. Ich gebe hier meine ganz persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Shampoos wider, die ich aus meiner Sicht empfehlen kann. Da ich gerne abwechsle, verwende ich aktuell drei Shampoos gleichzeitig (allesamt meine Favoriten).

Rausch Huflattich-Shampoo: ein Kompromiss

Eine Zeitlang war ich mit dem Rausch Huflattich-Shampoo relativ zufrieden, würde es aber als Kompromiss bezeichnen: Die Ergiebigkeit des Shampoos ist einfach unschlagbar – mit einer Flasche (Kostenpunkt ca. 13 Euro/200 ml) kam ich ewig aus. Den Juckreiz hatte ich damit besser als Griff als mit anderen Shampoos, allerdings wurden die Haare von dem Shampoo ziemlich trocken.

Und hier meine Favoriten – in genau dieser Reihenfolge: 

Balea Kopfhaut Control Shampoo

Für wenig Geld (1,65 Euro/250 m) bekommt man hier ein silikonfreies Shampoo, das mich in seiner Wirkung wirklich überrascht hat. Ich bin eher durch Zufall auf dieses Shampoo gestoßen und dachte, für diesen Preis ist es einen Versuch wert. Und es ist mehr als das! Das Kopfhaut Control Shampoo hat eine weiße, sehr cremige, eher dickflüssige Konsistenz und erinnert eher an eine Bodylotion:

Den Geruch würde ich als undefinierbar-neutral, jedenfalls unaufdringlich, bezeichnen. Ich finde das Shampoo sehr ergiebig. Es schäumt sehr gut. Mit diesem Shampoo hat sich mein Juckreiz schon nach wenigen Haarwäschen wirklich deutlich reduziert. Meine Haare lassen sich nach dem Waschen gut kämmen, sie glänzen einigermaßen und das Shampoo trocknet weder aus, noch fetten die Haare schneller nach. Insgesamt für mich ein absolut empfehlenswertes Produkt, das leider in Österreich aus dem Sortiment genommen wurde.

Aubrey Organics GPB Shampoo

In verschiedenen Foren wurde die Marke Aubrey Organics immer wieder empfohlen. Es handelt sich dabei um zertifizierte, tierversuchsfreie Naturkosmetik. Es liegt preislich eher im oberen Bereich (ca. 15 Euro/325 ml) und hat einen etwas eigenwilligen Dosier-Verschluss:

Die Konsistenz des Glanz-Protein-Balance-Shampoos ist relativ dünnflüssig, man muss es gut schütteln, sonst bröckelt es etwas. Es ist bräunlich und riecht relativ intensiv nach Kräutern. Die Ergiebigkeit finde ich okay. Bei diesem Shampoo benötige ich immer zwei Wäschen, da es beim ersten Mal fast gar nicht schäumt und man das Gefühl hat, das Shampoo selbst bei kurzen Haaren hätte noch nicht das gesamte Haar erreicht. Beim zweiten Durchgang schäumt es dann allerdings sehr gut. Insofern brauche ich vom GPB allerdings doppelt so viel wie z. B. vom Balea Shampoo. Als störend empfinde ich, dass die Haare beim Waschen relativ verfilzen. Dafür fühlen sie sich nach dem Auswaschen wirklich sauber an (wer den Quietsche-Effekt mag – hier gibt es ihn). Insofern lässt die Kämmbarkeit zu wünschen übrig. Es verleiht meinen Haaren einen schönen Glanz, trocknet mit der Zeit allerdings etwas aus. Hinsichtlich Juckreiz: Dieses Shampoo habe ich, bevor ich das Balea entdeckt habe, regelmäßig verwendet, weil es mir recht gut geholfen hat. Aufgrund der schlechten Kämmbarkeit und des hohen Preises rangiert es aber mittlerweile hinter Balea. Und Achtung, aufgepasst: Es gibt aktuell im Handel zwei annähernd gleich aussehende GPB Shampoos, die eine unterschiedliche Rezeptur aufweisen! Ich habe mal aus Versehen das falsche erwischt, das war nicht so umwerfend.

Benecos Aloe Vera Shampoo

Durch Zufall bin ich auf das vegane, zertifizierte Shampoo der Naturkosmetik-Marke Benecos gestoßen. Um knapp 4 Euro bekommt man 200 ml sehr zitronig riechendes, flüssiges, bräunliches Shampoo:

An diesem Shampoo gefällt mir, das es sehr gut schäumt und reinigt, relativ ergiebig ist und einen schönen Glanz verleiht. Gegen den Juckreiz hat es nicht so gut gewirkt wie die beiden anderen Shampoos, aber preislich und hinsichtlich der Inhaltsstoffe ist es eine brauchbare Alternative.

Zwar, kein Shampoo, aber auch noch empfehlenswert finde ich das beruhigende Kopfhaut-Serum von Eucerin aus der Dermo Capillaire Serie. Es ist zwar nicht ganz billig (in der Apotheke kostet es knapp 16 Euro/100 ml), dafür kommt ich damit wirklich sehr sehr lange aus. Wenn meine Kopfhaut trotzdem einmal juckt (was meistens abends vorkommt), träufle ich es direkt auf die Kopfhaut und massiere es leicht ein. Das beruhigt meine Kopfhaut sofort.

Fazit: Ich kann alle hier vorgestellten Produkte guten Gewissens empfehlen. Welche Wunderwaffen gegen juckende Kopfhaut habt ihr noch auf Lager?

 

Naturkosmetik ade!

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Naturkosmetik – nichts (mehr für mich)!

Seit etwa 2 oder vielleicht auch 3 Jahren habe ich versucht, relativ konsequent Naturkosmetik zu verwenden. Naturkosmetik hat in den letzten Jahren einen regelrechten Höhenflug erfahren – also dachte ich auch, mir damit etwas Gutes zu tun. Neben zahlreichen faulen Kompromissen, die man gerade bei der dekorativen Kosmetik eingehen muss (nach meinen Erfahrungen v. a. unpassende Make-up-Farben, schlechte Haltbarkeit, krümelnde Lidschatten, wenig effektvolle Mascaras, effektlose Haarstyling-Produkte etc.), musste ich im Laufe der Zeit feststellen, dass ich zahlreiche Produkte offensichtlich nicht vertrage.

Schönere Haare? Keine Kopfhauptprobleme mehr? Mitnichten!

Naturkosmetik-Haarshampoos habe ich etwa 5 Jahre lang verwendet, als irgendwann die Kopfhaut zu jucken begann. Von günstig (Alverde) bis teuer (Less is more) habe ich einiges probiert – aber weder hat mich das Kopfhautjucken verlassen, noch hätte ich weniger fliegende Haare. Ganz im Gegenteil. Ohne Haarspray sind die fliegenden Haare am Ansatz nicht zu bändigen. Allerdings kann ich mit den Naturkosmetik-Shampoos im Gegensatz zur Kosmetik noch eher anfreunden. Aubrey Organics und Benecos steigen noch am besten aus.

Schönere Haut? Mitnichten! 

Mittlerweile ist der Sektor ja riesengroß und man findet für jedes Hautproblem die scheinbar passende Lösung aus der Natur. Also habe ich für meine fettige Haut die passenden Produkte probiert. Ich höre noch gut die Dr.-Hauschka-Kosmetikerin, die meinte, man müsse Geduld haben, das Hautbild könne sich kurzfristig verschlechtern. Was heißt hier kurzfristig? Monatelang getestet und rote Flecken, Pickel und weiterhin fettige Haut? Das kann es doch wohl nicht sein! Durchgetestet habe ich übrigens – aufgrund von Empfehlung von Blogs, Ökotest usw. – nun wirklich lange und konsequent genug, von den Einsteigern Lavera und Alverde über Dr. Hauschka, Primavera, Santaverde, Zuii Organics, Börlind bis hin zu Less is more – was geblieben ist: viel Frust, viel weggeworfenes Geld und ein arg verschlimmertes Hautbild. Das musste erst jeden Tag mit viel Make up zugekleistert werden, was das Hautbild wieder verschlechterte.

Die Erleuchtung…

… kam mir nach einem trostlosen Besuch bei der Kosmetikerin und einem Urlaub, in dem ich eine Hotel-Bodylotion verwendete und nach zwei, drei Tagen die zahlreichen Pickel an Armen und Beinen verschwunden waren. Schlagartig war mir klar: Die zahlreichen Öle und Fette in den Naturkosmetik-Produkten vertragen sich einfach nicht mit fettiger Haut. Diagnose: überpflegte Haut.

Die Erlösung…

… brachten mir die Erkenntnis, dass weniger mehr ist und die Produkte von Clinique: Dramatically Different Moisture Gel (fettfrei) und nach zwei Tagen hat sich mein Hautbild wieder sichtlich beruhigt. Abends verwende ich das vom Hautarzt verschriebene Biretix  Duo Gel und nach nicht mal einem Monat Anwendung habe ich wieder eine halbwegs normale Haut. Meine MAC-Produkte verwende ich jetzt wieder guten Gewissens und ich fühle mich wieder wohl in meiner Haut!

Fazit: Wer eine trockene Haut hat und Kompromisse hinsichtlich Haltbarkeit, Farbauswahl etc. bei der dekorativen Kosmetik eingehen kann, wird mit Naturkosmetik vermutlich glücklich werden. Für mich und meine fettige Haut sind die Produkte nichts.

Was trotzdem bleiben darf:

Gute Erfahrungen, ohne Kompromisse einzugehen, habe ich mit folgenden Produkten gemacht:

  • Alverde Brauender und Brauengel
  • Lavera Peeling
  • Speick Deo Stick
  • Terra Naturi Wildrosen-Handcreme
  • Benecos Aloe Vera Shampoo

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Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?